Für einen Nachmittag

Zielstrebig tritt Frank K. durch die schwere Eisentür, die sich von innen direkt wieder verriegelt, nach draußen. Ohne nach links oder nach rechts zu schauen eilt K., schwarzer Jogger, abrasierte Haare, goldene Halskette mit Kreuz und kleines Tattoo im Nacken, auf eine Frau zu. Sie wartet in bunt geblümter Leggings und imitierter Lederjacke etwas abseits der dicken Mauer mit dem Stacheldraht. In der einen Hand eine leuchtend-gelbe Plastiktüte vom Netto gegenüber, an der anderen ein kleines Mädchen, das nervös aus der Unterlippe kaut. Es gibt kein Hallo, nur eine flüchtige Umarmung für die Frau und einen schnellen Kuss für das Kind auf die Wange. K. streckt die Hand aus, wippt mit dem rechten Fuß. Die Frau gibt ihm eine Zigarette. Er macht sie an, ein tiefer Zug. Gut. K. hat Ausgang, für einen Nachmittag.

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