Gewissensfrage?

In unserer WG wird ein Zimmer frei. Ein Syrer bewirbt sich. „Are you a refugee?“, fragt mein Mitbewohner als Erstes. Wir sind neugierig auf den dunkelgelockten jungen Mann, der etwas unsicher in Winterjacke in unserer Küche sitzt. Was „refugee“ bedeuten soll, wisse er nicht, aber ja, er habe wegen des Krieges seine Heimat verlassen. Nachdem er in Malaysia, Thailand und Ägypten war, ist er seit sechs Monaten im Saarland – für ein besseres Leben. Weiterlesen

Gefangen im Hamsterrad

knowledge-1052010_1280Ja, wir sind es, wir bekennen uns. Generation Y. Generation „schneller, besser, ausgebildeter“. Generation Praktikum.
Wir sind die, die stark sein wollen und immer individueller. „Sich ein Profil schaffen“, „sich von der Masse abheben“, sind die Credos, mit denen wir aufgewachsen sind.
Und wir machen diesen Wettlauf mit, meistens bedingungslos, meistens ohne ihn zu hinterfragen. Haben wir eine andere Wahl? „Nein“, antworten wir uns selber und machen weiter. Es hilft ja nichts. Es ist eben so. Ist es das? Weiterlesen

Den „Pöbel“ zu beleidigen ist ungeschickt

„Wir lachen darüber, wie die bekloppten Nazis ihre Hakenkreuze falschrum malen und wie Björn Höcke von der AfD bei Jauch seine Deutschlandflagge verkehrtherum aufhängt. Was für ein Vogel, nicht mal das kann er.“ Das schrieb Margarete Stokowski am Donnerstag in ihrer Spiegel-Online-Kolumne „Die Trottel hören zu“. Eine Kolumne darüber, wie wir momentan mit Pegida, den sogenannten besorgten Bürgern und aktiven Facebook-Usern umgehen, die sich rassistisch gegen Flüchtlinge äußern. Carolin Kebekus singt über diese Menschen „Wie blöd du bist“, die „Welt Online“ schreibt in einem Satire-Artikel: „Spaziergänger findet Hirn von Akif Pirinçci“. Weiterlesen

„Hola guapa!“ Oder: Der Macho aus Lateinamerika

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Der Chilene sagt: Das muss so. Die Mexikanerin sagt: Die sind eben so. Wie ich als deutsche Backpackerin den südamerikanischen Machismo erlebt habe.

Geh nach Lateinamerika, haben sie gesagt. Es wird dir gefallen, haben sie gesagt.
Sie haben nicht gelogen. Was trotzdem unerwähnt blieb, lässt sich kurz zusammenfassen: „machismo“. Die Bedeutung des Wortes sollte sich von selbst erschließen. Ich hatte davon gehört, kurz vor meiner Reise, mein Reiseführer sprach davon, ich las es im Internet und dennoch dachte ich: Ach, kann doch nicht so wild sein. Weiterlesen